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Vorbeugen ist besser als Heilen!
Stress schadet dem Immunsystem und schwächt die Abwehrkräfte und ist daher – wie auch beim Menschen – einer der Hauptauslöser für Krankheiten bei Fischen. Erzeugt wird Stress durch verschiedenste Faktoren. Zu den häufigsten gehören Pflegefehler (zu viele, zu wenige oder falsche Maßnahmen), ein nicht harmonisierender Besatz sowie eine zu hohe Besatzdichte, stark wechselnde Temperaturen, Überfütterung und damit einhergehend, eine starke organische Belastung und hohe Keimzahl des Wassers. Häufig brechen dann Krankheiten aus, deren Erreger bereits unbemerkt im Becken vorhanden waren (u. a. sog. Schwächeparasiten).
Weitere wichtige Stressfaktoren sind einseitige oder ungeeignete Ernährung, Angst durch Fangen, häufiges Arbeiten im Aquarium, Transport, Giftstoffe im Wasser und ungeeignete Pflanzendünger.
TIPP!
Die sera UV-C-Systeme reduzieren auf rein physikalische Weise – ohne chemische Belastung – die Keimzahl in Süß- und
Meerwasseraquarien sowie im Teich. Viele Krankheitserreger so wie störende Algen werden durch den gezielten Einsatz einer UV-C-Lampe reduziert bzw. nahezu vollständig entfernt. Filterbakterien bleiben weitestgehend verschont, da sie größtenteils auf dem Filtermaterial (besonders geeignet sera siporax) und im Bodengrund festsitzen. Die sera UV-C-Systeme leisten somit einen wichtigen Beitrag zur Krankheitsprophylaxe und tragen viel zur hohen Lebensqualität im Aquarium bei.
Fischkrankheiten erkennen
Leider kann es auch bei besten Haltungsbedingungen immer wieder zu Erkrankungen der Fische kommen. Es gilt diese Erkrankungen zu erkennen, richtig zuzuordnen und zu behandeln. Dafür sind einige grundlegende Kenntnisse über die häufigsten Fischerkrankungen notwendig.
Um den Gesundheitszustand der Fische sicher beurteilen zu können, sollte man sie je den Tag bei der Fütterung auf Krankheitsymptome und ungewöhnliches Verhalten hin beobachten. Sollte sich auch nur ein Fisch absondern oder auf andere Weise auf fallen, ist äußerste Wachsamkeit angebracht.
Generell unterscheidet man – nach ihrem Auftreten – äußere und innere Erkrankungen.
Äußere Krankheiten erscheinen vor allem an den Flossen, der Haut und den Kiemen. Sie können meist frühzeitig erkannt und somit rechtzeitig behandelt werden.
Innere Erkrankungen sind nicht so einfach zu erkennen. Bei gewissenhafter Beobachtung äußern sich jedoch fast alle Krankheiten in untypischem Verhalten. Dazu gehören z.B. Appetitlosigkeit, auffälliges Schwimmverhalten, Apathie und Farbveränderung (besonders Dunkelfärbung).
Der aufmerksame Aquarianer kann also auch bei inneren Erkrankungen schnell merken, dass etwas nicht stimmt.
Durch regelmäßige gewissenhafte Beobachtung können viele Krankheiten schon im Frühstadium erkannt werden. Die befallenen Fische sind noch nicht allzu sehr geschwächt, und die Chance ist groß, dass gesunde Fische gar nicht erst angesteckt werden.
Die richtige Diagnose ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Durch die auf bestimmte Krankheiten maßgeschneiderten sera Arzneimittel wird eine unnötige Belastung der Fische und des Aquariums vermieden.
Ein allgemeiner Grundsatz gilt bei allen Erkrankungen: zügiges (Be)Handeln erhöht die Heilungaussichten beträchtlich. Das gilt ganz besonders bei sehr ansteckenden Krankheiten.
In den folgenden Kapiteln wird Ihnen durch Beispielfotos und Symptombeschreibungen eine Diagnosehilfe an die Hand gegeben.
Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie sorgfältig die Abschnitte über alle in Frage kommenden Krankheitursachen sowie die allgemeinen nützlichen Hinweise. Manche Krankheitsbilder ähneln sich auf den ersten Blick stark. Eine vorschnelle und damit vielleicht falsche Diagnose kann zu einer evtl. folgenschweren Fehlbehandlung führen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Tierarzt.
Die Inhalte dieses Ratgebers wurden mit aller gebührenden Sorgfalt und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen von einem Expertenteam zusammengestellt.
Trotzdem können diese Tipps allenfalls einen Überblick über die häufigsten Fischkrankheiten und ihre Ursachen geben. Seltene Krankheiten oder solche, die nicht oder wenigstens nicht ohne Tierärztliche Hilfe behandelbar sind (z.B. Krebsgeschwüre, Nervenschäden und genetische Missbildungen), werden hier nicht beschrieben. Wir möchten Sie für solche Fälle auf weiterführende Fachliteratur verweisen, z.B. „Krankheiten der Aquarienfische“ von Dieter Untergasser.
Bitte beachten Sie, dass die chemischen und biologischen Verhältnisse in den verschiedenen Aquarien sehr stark voneinander abweichen können. Es ist darum nicht möglich, die genaue Reaktion in jedem einzelnen Aquarium und auf jede Tierart exakt vorauszusagen. Dies gilt insbesondere, wenn durch Wasser, organische Belastung oder durch vor ausgegangene Behandlungen chemische Substanzen eingebracht worden sind, die zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen mit den Arzneimitteln führen könnten.
Fischkrankheiten
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Erkrankungen durch Ciliaten
Beobachtung
Deutlich sichtbare weißliche Punkte (0,4 – 1,5 mm) an Haut und Flossen, Flossenklemmen und Scheuern an Einrichtungs gegenständen.
Diagnose: Ichthyophthirius multifiliis (Weißpünktchenkrankheit), Cryptocaryon irritans (Meerwasser ichthyo)
Behandlung von Ciliateninfektionen
Die Behandlung sollte unbedingt frühzeitig begonnen werden, da es in dem dicht besiedelten, begrenzten Lebensraum eines Aquariums zu einer geradezu explosionsartigen Ausbreitung über Schwärmerstadien dieses Parasiten kommen kann. Behandeln sie effektiv und sicher mit sera costapur F (im Süß- und Meerwasserbecken). Beachten Sie bitte, dass Niedere Tiere auf die Behandlung z. T. empfindlich reagieren – ggf. im Quarantänebecken behandeln. Knorpelfische (Haie und Rochen) vertragen den Wirkstoff Malachitgrün und ähnliche Verbindungen nicht. Mit dem Pflegemittel sera ectopur kann eine heilungsfördernde Nachbehandlung erfolgen.
Zur Unterstützung der Behandlung empfiehlt es sich, soweit möglich, die Temperatur für einige Tage leicht zu erhöhen (Toleranzgrenze der Fische unbedingt beachten!). Die Parasiten vertragen die höheren Temperaturen allgemein nicht so gut, außerdem arbeitet das Immunsystem der Fische so effektiver. Ideal wäre eine Temperatur von ca. 31 °C. Die erhöhte Temperatur sollte noch einige Tage nach der Behandlung beibehalten und erst langsam wieder abgesenkt werden. Weiterhin sollte das Wasser während der Behandlung gut durch lüftet werden und die Beleuchtung, wenigstens an den jeweiligen Behandlungstagen, ausgeschaltet bleiben. Die weißen Pünktchen auf der Haut der Fische bleiben, auch nach erfolgreicher zweifacher Behandlung (an Tag 1 und 3), noch für einige Tage sichtbar, werden aber zunehmend durchscheinender (Pünktchen mit lebenden Parasiten erscheinen hartweiß) und verschwinden schließlich ganz. Nur wenn die Entstehung neuer Punkte sicher beobachtet wird, kann davon ausgegangen werden, dass Krankheitserreger überlebt haben oder wieder eingeschleppt wurden und eine weitere Behandlung nötig ist (an Tag 5 und 7).
Die Weißpünktchenkrankheit ist recht eindeutig zu diagnostizieren. In manchen Fällen zeigen aber Infektionen mit Lymphocystis bzw. mit einigen Sporozoenarten (andere einzellige Parasiten) ein erstaunlich ähnliches Erscheinungsbild. Einige Berichte über vermutete Resistenzen, nach teilweise mehrfacher sachgerechter Behandlung gegen „Ichthyo“, könnten auf solche verständlichen Fehldiagnosen zurückzuführen sein.
Beobachtung
Pelzige Beläge nach Schleimhautverletzungen; mit einer starken Lupe sind viele längliche Einzeller auf einem kurzen Stiel zu erkennen (keine langen Fäden wie bei Pilzerkrankungen).
Diagnose: Apiosoma (früher: Glossatella) oder Epistylis (früher: Hetero polaria).
Behandlung
Apiosoma sp. und Epistylis colisarum sind einander sehr ähnliche Einzeller, die bereits bestehende Wunden an der Fischhaut besiedeln und so deren Heilung verhindern (keine Parasiten im eigentlichen Sinne). Im weiteren Verlauf können
auch an grenzende gesunde Hautstellen befallen werden und sich weitere Erreger - z.B. Pilze und Bakterien – ansiedeln. Der Einsatz von sera aquatan und sera blackwater aquatan beugt der Infektion von kleineren Wunden vor. Bei leichten Infektionen reicht meist die Verwendung von sera ectopur. Bei einem stärkeren Befall mit diesen Ciliaten hilft eine Behandlung mit sera costamed F oder sera costapur F.
Beobachtung
Deutlich begrenzte, weißlich verdickte Schleimhaut stellen (z. T. strähnenartig); kleine blasse Hautstellen; Appetitlosigkeit und Trägheit; Schleimabsonderung (bei Meerwasserfischen).
Die Fische scheuern sich und zucken gelegentlich mit den Flossen.
Diagnose: Trichodina, Tetrahymena, Chilodonella („Herzförmige Hauttrüber“), Brooklynella (im Meerwasser).
Behandlung Bei diesen Ciliaten handelt es sich vorwiegend um sogenannte Schwächeparasiten. Zu einer massenhaften Vermehrung kommt es für gewöhnlich erst, wenn ein Fisch bereits durch eine andere Krankheit vorgeschädigt wurde oder die Wasserbedingungen schlecht sind. Die durch die Einzeller verursachten Haut- und Kiemenschädigungen können zum Tod führen. Ein schnelles Handeln ist somit angezeigt. Achten Sie besonders auf eine gute Wasserqualität und behandeln Sie mit sera costamed F oder sera costapur F (Süß- und Meerwasserfische). Auch hier ist eine Nachbehandlung mit sera ectopur sinnvoll.
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