Tierfachmarkt Logo, info@tierfachmarkt.de, fon: 06181 - 14504

Gartenteich

Viele Gartenteiche in unserem schönen Lande, haben unterschiedliche Färbungen von gelb über braun bis zu einem sumpfigen grün.
In manchen Fällen gibt es sogar einen leichten Blauschimmer auf der Oberfläche. Achtung: Blaualgen sind gefährlich für lebende Organismen, wie Fisch und Mensch.

Sie wollen gerne glasklares Wasser in Ihrem Gartenteich und haben schon alle Mittelchen, die es auf dem Markt gibt, ausprobiert und keines hilft auf Dauer?

Am besten lassen Sie erstmal Ihr Wasser testen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Richtige Ferndiagnosen ohne eine Basis sind nicht nur sehr schwierig, sondern fast unmöglich (Wenn es Ihrer Frau oder Ihrem Mann in der Bauchgegend drückt und Sie beim Arzt nachfragen, was das sein könnte, wird er Sie sicherlich auch bitten, Ihren Ehepartner für eine Diagnose vorbei zu schicken, den aus der Ferne ergeben sich zu viele Möglichkeiten).

Welche Wasserwerte sollte ein Gartenteich aufweisen und warum?
(Anmerkung: Viele Wege führen nach Rom, aber man sollte begründen können, warum einer seinen Weg für den Richtigen hält.)

PH

Der PH-Wert unterliegt einer Schwankungsbreite von bis zu zwei PH-Wert-Punkten zwischen Tag und Nacht. Nachts sinkt der PH-Wert ab, da Fische und Pflanzen CO2 abgeben und Kohlendioxid den PH-Wert senkt. Tagsüber verbrauchen die Pflanzen beim Wachstum (Photosynthese) den Kohlenstoff (C), durch diesen Vorgang entsteht als Abfallprodukt Sauerstoff (O2). Ein erhöhter Sauerstoffanteil im Wasser läßt den PH-Wert ansteigen (die vermehrte Sauerstoffproduktion wird leicht erkennbar, an Tagen mit starkem Sonneneinfall auf denTeich). Wasserpflanzen wie Hornkraut, Cabomba - Haarnixe und Wasserpest zeigen an ihren Blättern und Stengeln eine Vielzahl von kleinen Sauerstoffbläschen).

Nach meiner Einschätzung und der der Firma Söll sollte der PH-Wert im leicht alkalischen Bereich liegen (PH ca. 8). Natürlich kann sich im alkalischen Bereich das Gift Ammoniak bilden, aber nur dann, wenn das biologische System nicht funktioniert. Wenn ausreichend gute Bakterien die vorhandenen Giftstoffe fressen und ungiftige oder relativ ungifte ausscheiden, funktioniert das biologische System und es entsteht kein Ammoniak.

Bei einem PH-Wert von 8,2 - 8,3 ist die Selbstreinigungskraft des Teiches am größten(die Lebenskurve ist bei diesem Wert am höchsten, abgestorbene Algen werden vom vorhandenen Zooplankton als Nahrung aufgenommen).

Ammonium / Ammoniak (NH4 / NH3)

Ammoniak kann nur bei einem PH-Wert oberhalb von 6,9 entstehen. Ammonium entsteht bei einem PH-Wert von unterhalb 6,8. Ammoniak ist ein starkes Fischgift, Ammonium ist dagegen ungiftig. Ammoniak und Ammonium haben in einem Gartenteich oder Aquarium nichts zu suchen. Sie geben Hinweis daraf, dass das biologische Gleichgewicht gestört ist und der Schadstoffabbau nicht funktioniert (Anmerkung: Deshalb so gut wie nie einen kompletten Wasserwechsel vornehmen. NH4 und NH3 besonders zu kontrollieren Neueinrichtung von Gartenteich und Aquarien.)

Nitrit (NO2)

Wie Ammoniak ein starkes Fischgift, kommt in gut biologisch funktionierenden Gartenteichen und Aquarien nicht vor (Achtung: Bei Neueinrichtung, und neuen Gartenteichen und Aquarien genauso wie bei einem Überbesatz des Beckens mit Fischen). Der NO2-Wert sollte auf Dauer bei Werten kleiner 0,1 mg/l liegen. Ab einem Wert von 0,1mg/l treten Schädigungen des Körpers auf, ab einem Wert von 0,5 mg/l dürfte ein vermehrtes Fischsterben auftreten.

Nitrat (NO3)

Die letzte Stufe des Stickstoffabbaus! Wenn die guten Bakterien, die im Bodengrund, Filter und Wasser nach einiger Zeit ausreichend vorhanden sind das giftige Nitrat "fressen", entsteht daraus das bis zu einem Wert von 80mg/l relativ ungiftige Nitrat.

Im Teich sind Werte von 0-25 mg/l wünschenswert. In einem Aquarium kann man Werte von 25 - 50 mg/l tolerieren.
Bei Werten über 100 mg/l treten Schädigungen des Körpers der Fische auf.
(Anmerkung: Bitte kontrollieren Sie Ihr Ausgangswasser, bevor Sie sich Gedanken über Ihr Teich- (englisch Pond) oder Aquarienwasser machen. Laut der gültigen Trinkwasserverordnung sind Werte bis 50 mg/l möglich.

Karbonathärte (KH)

Diese sollte auf alle Fälle höher als 4 sein, um einen Sauersturz (PH-Wert fällt drastisch) vorzubeugen. Aus diesem Grund stehe ich einer Auffüllung des Teiches mit Regenwasser eher skeptisch gegenüber. In unserem Regen (saurer Regen) befinden sich die Schadstoffe der Luft. Wenn diese gebündelt und in großen Mengen dem Wasser zugeführt werden, kann der PH-Wert durch den saurer Regen sehr leicht sinken. (Oft ist auch so gut wie keine Härte im Regenwasser vorhanden).

Phosphat (PO4)

Dieser Wert ist oft schon im Ausgangswasser vorhanden. Besonders bei recht hartem Wasser. Phosphat verhindert wohl das Ansetzen von Kalk an den Wasserleitungen. Wenn PO4 im Wasser vorhanden ist, sind die Algen meistens nicht weit. Ab einem Wert von 0,05 mg/l kann die Algenbildung einsetzen. Wünschenswert im Teich und Aquarium ist ein Wert < 0 mg/l.

Kupfer (Cu)

Sollte nach Möglichkeit nicht in das Teich- oder Aquariumwasser gelangen. Ausnahme bei einer Behandlung der Fische mit Medikamenten (Kupfer beseitigt Ektoparasiten, wie z. B. Odinium. Achtung: Die meisten Weichtiere wie Schnecken oder andere niedere lebende Tiere vertragen selbst die kleinsten Konzentration von Kupfer nicht.)

Eisengehalt (FE)

Dieser sorgt unteranderem für ein gesundes Pflanzenwachstum (Anmerkung: Nur zweiwertiges Eisen wie von der Fa. Dennerle verwandt im E 15. Der Wert des Eisen sollte im Aquarium und im Teich zwischen 0,3 mg/l und 0,5 mg/l liegen.

Was kann man gegen übermässigen Algenwuchs unternehmen?

Nicht alle Algen zeugen von einer schlechten Wasserqualität. Fadenalgen gibt es meisten nur bei einer sehr guten biologischen Wasserqualität. Liebe Teich- und Aquarienfreunde; Ich weiß, dass Sie das nicht richtig aufmuntert, dochr vielleicht hebt es ja Ihre Stimmung wenigstens ein bisschen.

Bei Teichen haben wir hervorragende Erfahrungen mit dem Oase Fadenalgenvernichter gemacht.
Achtung: Nur in Verbindung mit Sauerstoffzufuhr verwenden, da das Abtöten der Algen stark sauerstoffzerrend ist. Es hat sich gezeigt, dass hier besonders gute Ergebnisse durch den Einsatz von Oxidatoren erzielt werden. Auch sauerstoffzuführende Mittel wie Oase Vital 3 oder Oase Sauerstoffstabilisator sind sehr empfehlenswert. Mit einer Membran oder Luftpumpe kommt man an dieser Stelle nicht richtig weiter, da die Luft nur zu ca. 22% aus Sauerstoff besteht. Der Rest ist unter anderem Stickstoff . (Auch das Ausperlen durch die Sauerstoffsteine erfolgt meistens in zu großen Blasen, die zu schnell aufsteigen und sich somit nicht richtig mit dem Wasser verbinden können).

Im Aquarium erzielen wir die größten Erfolge bei der Vernichtung der Fadenalge mit Algostop-Depot der Firma Frickinger (Achtung: Wie beschrieben, bei Befall doppelte Dosierung, 2 Tabletten auf 50 Liter Aquarienwasser). Genauso gut wirkt unserer Erfahrungen nach eine Mischung des Algenstop General und Spezial der Firma Femanga. (Achtung vor Überdosierung: von jedem Produkt nur die Hälfte der empfohlenen Dosis verwenden). Die vorgenannten Mittel helfen auch gegen Pinselalgen. Teilweise müssen die abgestorbenen Algen zusätzlich mechanisch entfernt werden.

Anmerkung: Ist das Kind erst mal in den Brunnen gefallen ist es schwer, es wieder rauszuholen.Also liebe Teich- und Aquarienfreunde: Lieber vorbeugen als nachsorgen. Sehr wichtig ist auch die Tatsache, dass in meinen Augen sämtliche Mittel nur einen zeitlich begrenzten Wirkungshorizont haben. Deshalb ist es wichtig die Ursache der Algenbildung abzustellen und nicht nur an der Oberfläche rumzudoktern. (Vergleich: Sie gehen mit einer Zahnfleischentzündung alle zwei Wochen zum Zahnarzt, nach der Behandlung geht es Ihnen einige Tage besser, doch dann setzen die Schmerzen an dem Zahnfleisch wieder ein. Nach einigen Wochen haben Sie die Nase gestrichen voll von Ihrem Zahnarzt und gehen zu einem anderen. Der neue Arzt untersucht Ihr Zahnfleisch und den dazugehörigen Zahn und stellt fest: Sie haben eine Wurzelentzündung. Die Ursache wird behandelt und in ein paar Tagen sind die Schmerzen und die Zahnfleischentzündung dauerhaft verschwunden.


Einige wenige Algen in Ihrem Gartenteich sind kein Beinbruch, denn die Algen sind ein Teil des biologischen Systems. Wenn Sie eine ganz sterile Wasserfläche in Ihrem Garten haben wollen, bauen Sie lieber ein Schwimmbad (gleiches gilt natürlich auch für Aquarium).
Im Großen und Ganzen kann davon ausgegangen werden, dass bei einem übermässigen Algenwuchs irgendwo eine Lücke im System besteht.

· zu viel Futter
· zu viel Fische
· zu wenig Pflanzen (zu viel Licht)
· zu kleines oder kein Filter System
· zu viele Schadstoffe und Wasserbelastung im Ausgangswasser.

Die grünen Schwebealgen können im Gartenteich kurzfristig mit Algo Rem von Tetra oder mit Algofloc der Fa. Astra entfernt werden. Nach der Ausflockung, bitte Algen abkeschern. Auf Dauer hilft ein guter UVC - Klärer am aller besten. Die Investition rhentiert sich, wenn es ein gut funktionierender UVC-Klärer ist ( siehe UVC-Klärer). Die sogenannten "Blaualgen" entpuppen sich oft als Cyanobakterien und sind wie eingangs erwähnt nicht unschädlich für tierische und menschliche Organismen. Hier wirkt eigentlich dauerhaft nur die UV-Lampe mit By-pass im 24 Std. -Betrieb. Im Teich kann ansonsten Algo Sol der Fa. Söll angewandt werden. Achtung: Auf keinen Fall Algo Sol forte verwenden! Gefahr, dass Fische sterben.
Im Aquarium kann oftmals auch eine Behandlung mit dem Präpara General Tonic von Tetra den gewünschten Erfolg bringen. (Ist eigentlich gegen Fischkrankheiten, hilft aber wirklich oft).

Die Braunalgen kann man im Teich ganz gut mit Algo Fin von Tetra an einer weiteren Ausbreitung hindern. Genauso gut helfen ein paar schattige Plätze auf der Wasseroberfläche, aber Achtung: Wasserpflanzen brauchen sehr viel Sonnenlicht zum kräftigen Wachsen. (Haben Sie schon mal in einem ganz dunkel liegenden Teich im Wald viele Wasserpflanzen gesehen?)

Im Aquarium sollten als erstes die Leuchtzeit und das Alter der Leuchtstoffröhren und andere Leuchtmittel überprüft werden. In der Regel halten Leuchtstoffröhren 1 Jahr. Bei den meisten Dennerle- Röhren kann aufgrund von Edelgaseinmischungen von einer Haltbarkeit von rund 2 Jahren ausgegangen werden (Selbst wenn sich für unser Auge nichts an der Leuchtkraft der Röhre verändert hat, lässt die Leuchtkraft im Laufe der Zeit stark nach und dies fördert das Algenwachstum. Die Leuchtkraft kann mittels eines Luxometers bestimmt werden. Die Beleuchtungszeit sollte im Aquarium generell nicht mehr wie 12 Stunden betragen. Ich empfehle 10 Stunden täglich, am besten mit einer Mittagspause von ca. 2 Stunden (zur Einstellung eignet sich bestens eine Zeitschaltuhr).
Im Amazonas scheint die Sonne Vor- und Nachmittags durch das Blätterdach, wenn um die Mittagszeit die Sonne ziemlich senkrecht über dem Urwald steht, ist an der Oberfläche des Flußes kaum noch ein Lichteinfall zu registrieren, für Pflanzen ist diese Pause kein Problem, die einzelligen Algen mögen diese nicht ).

Gegen diese Alge kann ich Algenstop Spezial von Femanga empfehlen.
Anmerkung: Wenn Sie die Leuchtstoffröhren austauschen und Ihre Abdeckung noch mit Startern funktioniert, diese bitte mit tauschen, sonst sind die neuen Röhren durch Verzögerungen beim Einschalten sehr schnell verbraucht (bitte erst eine Röhre wechseln und die nächste nach ca. 6 Wochen).