Dachte man zunächst, es handele sich bei der Krankheit, deren typisches Symptom das absterbende Kiemengewebe ist, um ein spezielles Problem von in Israel gezüchteten Tieren, so stellte sich schon bald heraus, dass auch Farbkarpfen aus anderen Herkunftsländern und selbst wertvollste japanische Tiere nicht verschont blieben. So wurden sogar über Jahre gesunde Teichbestände vollständig ausgelöscht, nachdem zunächst völlig gesund erscheinende, neue Tiere zugesetzt wurden, bei denen dann innerhalb weniger Tage die Krankheit ausbrach und schnell um sich griff. Solche Vorfälle erhärteten bald den anfänglichen Verdacht, dass es sich um eine Infektion handelte. Es war jedoch über lange Zeit keinem der vielen Untersuchungsinstitute weltweit gelungen, einen Erreger zu isolieren, der für diesen rasanten Krankheitsverlauf hätte in Frage kommen können. Interessanterweise wurden andere Fischarten in den betroffenen Teichen nie befallen. Nun ist es endlich einer Forschungsgruppe aus amerikanischen und israelischen Wissenschaftlern gelungen, mit hoher Wahrscheinlichkeit den Verursacher dieser akut verlaufenden Krankheit zu isolieren. Es handelt sich um eine neue Art Herpesvirus, der nach seinem Wirtsorganismus, dem Koi, als KHV bezeichnet wurde.
Die hohe Gefährlichkeit des KHV für Koi aller Altersklassen konnte durch Infektionsversuche mit Virusisolaten bestätigt werden. Sowohl nach der Injektion als auch nach Zugabe des Virus in das Hälterbecken-Wasser wurde eine Sterblichkeit von über 80% unter den zuvor gesunden Fischen ausgelöst.
Obwohl noch viele Fragen offen sind und derzeit weder eine Therapie noch ein Impfstoff zur Verfügung stehen, ist das kein Grund zur Resignation, denn zum Glück sind sehr viele Bestände weiterhin gesund und fit.
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